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07.10.09

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Aus unserer  Vereinschronik des ESV 1925 Horrem e. V.

 

Im Juni 1925 wurde, vorwiegend durch Mitarbeiter der Bahnmeisterei Horrem, der heutige Verein unter dem Namen „Turnverein Horrem„ aus der Taufe gehoben. Der 1. Vorsitzende war daher auch ein Eisenbahner. Es war Heinrich Knüfer von der Bahnmeisterei Horrem. 2. Vorsitzender war Andreas Wolter. Auch der 1. Kassierer war Eisenbahner, und zwar der Dienstvorsteher der Bahnmeisterei Horrem, Friedrich Molling. Der Mitgliederstand am Gründungstag betrug 24 Sportler. Als zunächst einzige Sportart hatte man das Turnen gewählt. Der älteste Sohn des 1. Kassierers, Heinz Molling, hat dann auch noch im Gründungsjahr den heute noch vorhandenen Wimpel für den Verein entworfen.

Zunächst begann man mit zwei Männerturnriegen, die dann schon 1926 um eine Damenriege erweitert wurde. Seit 1926 ist es auch im Verein Tradition geworden, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen im aktiven Sport mitwirken, und dies mit großem Erfolg. Trainiert wurde damals im Saal der Gaststätte Jupp Hünseler, wo das Vereinslokal war. Seit 1926 wurden neben dem Turnen auch die Sportarten Gymnastik, Leichtathletik und Übungen auf dem Rhönrad aufgenommen. Der immer größer werdende Verein hat dann 1930/31 in Eigenarbeit auf dem Gelände am jetzigen Wingertsberg sich einen eigenen Sportplatz aufgebaut, der zwar nicht den Idealmaßen entsprach, aber eine gute Übungsstätte war.

Im Jahre 1932 wurde Schwimmen ins Programm aufgenommen und gleichzeitig eine Wasserballmannschaft aufgestellt. Als ganz große Ereignisse ragten aber die Turnfeste hervor, die von den Aktiven immer fleißig besucht wurden, wobei besonders auf die Deutschen Turnfeste in Stuttgart und Breslau von den noch heute lebenden Aktiven mit besonderem Stolz hingewiesen wird. Sportler wie Schapmann, Schlösser und Ruhland fuhren z.B. mit dem Fahrrad nach Stuttgart um als Aktive teilzunehmen, und dies mit Erfolg. Hier war wohl die Radtour das beste Training gewesen.  Am 26.Mai 1934 wurde der Name des Vereins zum erstenmal umgetauft und zwar auf den Namen „Reichsbahn Turn- und Sportverein Horrem„. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Dienstvorsteher der Bahnmeisterei Horrem, Max Königstein gewählt, 2. Vorsitzender wurde Heinz Lesmeister. 

Seit 1938 diente der alte Lokschuppen, in der jetzigen Mittelstraße, den Turnern als Übungsstätte, weil der Saal Hünseler für den Aufbau großer Pyramiden der Turner einfach zu klein geworden war. Just an dieser Übungsstätte des ESV steht heute die erste Turnhalle der Gemeinde Horrem. Ironie des Schicksals oder ein gutes Omen? 

Am 17. April 1940 wurde der Name des Vereins abermals geändert. Nun nannte er sich „Reichsbahn Turn- und Sportgemeinschaft Horrem„. Der Vorstand blieb im Amt.

In den Kriegs- und Nachkriegsjahren brannte die Aktivität der Sportler des ESV auf Sparflamme. Viele Sportkameraden waren zu den Waffen gerufen worden und der Krieg hat ihre Reihen gelichtet. Übungsleiter fehlten und natürlich Geräte und vor allem eine Übungsstätte.

Erst ab 1949 rauften sich wieder Sportler zusammen, um den alten Verein wieder ans Licht der Öffentlichkeit zu führen. Am 29. Dezember 1949 war es wieder soweit. Unter dem neuen 1. Vorsitzenden, Richard Hamann wurde vorerst mit Schwimmsport das Programm wieder aufgenommen. Ein guter Anfang war gemacht. Hamann setzte sich dann für einen Zusammenschluss der drei Eisenbahner-Sportvereine im Kreisgebiet (Horrem, Mödrath und Bergheim) ein. Die erste Fusion gelang ihm dann mit Bergheim. In Gemeinschaft mit diesem Verein wurde dann am 2. Dezember 1952 der jetzige Name des Vereins, ESV 1925 Horrem e.V. ins Leben gerufen. Die Fusion mit Mödrath gelang nicht. Der Verein löste sich aber 1954 auf und die Reste stiegen zum ESV Horrem um. Nun wurde im Verein neben Schwimmen, die Sportarten Leichtathletik und auch das Turnen wieder eingeführt. Zum erstenmal kam auch die Sportart Kegeln hinzu. Wie traditionsgemäß nicht anders zu erwarten war, betätigten sich beim Kegeln ab 1954, also kaum zwei Jahre später, auch wieder Frauen aktiv. 

Seit 1958 wurden dem Verein dann auch in verschiedenen Sportarten die VDES-Bezirksmeisterschaften der BD Köln übertragen und durchgeführt. 1959 kam die Sportart Faustball hinzu und seit dem 23. September 1960 hatte der Verein auch eine Fußballabteilung. 

Am 3. Mai 1962 kam als neue Sportart Tischtennis zur Geltung, wo wiederum traditionsgemäß später Frauen, Schülerinnen und Mädel nachzogen. Zwischendurch hatte man auch das Sportschießen ins Programm mit aufgenommen. Richard Hamann führte den Verein von 1949 bis 1968 mit hervorragendem Idealismus. Der beste Idealismus nützt aber nichts, wenn die nötige Unterstützung, eine Reihe von Helfern, fehlt. Fast allein war es ihm nicht möglich, alle seine wohlgemeinten Pläne in die Wirklichkeit umzusetzen.

So mussten leider einige Sportarten wieder eingestellt werden. Hierunter fielen leider auch das Turnen, die Leichtathletik, der Faustball und das Sportschießen. Übrig blieben die Sportarten: Schwimmen, Fußball, Sportkegeln und Tischtennis. 

Als 1968 Hans Puderbach zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, arbeitete er vorerst mit diesen vier Sportarten weiter. Eine neue Sportart war nicht hinzugekommen. Die Bestehenden wurden aber im Laufe der Jahre immer mehr aufgebaut und gefestigt. Dies war auch zunächst das angestrebte Ziel. Erst 1977 kam mit der Kinderfreizeitgruppe eine neue Abteilung hinzu, die sich großer Beliebtheit erfreut. Es werden hier Kinder mit vorzüglicher Freizeitbeschäftigung, wie Ballspielen, Gymnastikübungen und dergleichen mehr, auf die übrigen Sportarten des Vereins gezielt vorbereitet. 

Im Jahre 1980 gründete sich eine Wandergruppe, die allen Personen offen steht. Hier kann Jung und Alt an gemeinsamen Volkswanderungen teilnehmen. Erneut kam 1983 eine weitere Sportart hinzu, die Abteilung Volleyball. Ferner ist seit 1984 eine Handballabteilung im Aufbau. Während die Volleyballabteilung bereits an Meisterschaften teilnimmt, ist die Handballabteilung vorerst noch im Aufbau stecken geblieben. Das Angebot an Sportarten im ESV Horrem ist somit von Jahr zu Jahr gewachsen. 

Seit 1983 führt Manfred Ewertz als Vorsitzender das Vereinsgeschehen. Im Jahre 1985 feierte der Verein sein 60-jähriges Vereinsbestehen. Neben dem Aufstieg der Fußballseniorenmannschaft und der Ausrichtung der Fußball-Stadtmeisterschaft war das herausragende Ereignis die Überlassung des Schulpavillons der ehemaligen Schule Götzenkirchen. Nach einer mehrmonatigen Renovierungsphase konnte der Verein, von dieser Zeit an, den Mitgliedern eine Bleibe für Vereinsveranstaltungen anbieten. Rege genutzt wird sie in erster Linie von vielen jugendlichen Mitgliedern. Aber auch die Möglichkeit in den „eigenen vier Wänden„ Sitzungen und Seminare zu veranstalten, gaben dem gesamten Vorstand und den Abteilungen einen enormen Aufschwung.

Nach dem Fall der Mauer war der ESV Horrem einer der ersten Vereine aus den alten Bundesländern, welcher eine Partnerschaft mit einem Sportverein aus der ehemaligen DDR einging. Der ESV Lokomotive Leinefelde (Thüringen) war 3 Tage Gast in Horrem. Aber auch die Gegenbesuche waren keine Eintagsfliegen. Insbesondere unsere Tischtennissportler pflegen einen intensiven Kontakt.  

Von 1987 bis 1997 veranstaltete der Verein mit großem Erfolg die Turnierserie um den Fußball-Super-Cup der Deutschen Bahn AG in Verbindung mit dem Kicker-Sport-Magazin.  

Der FC Bayern München in Kooperation mit der Opel AG unter Regie des ESV Horrem gastierte in den Jahren 1996 bis 1998 im Schulzentrum Horrem/Sindorf mit dem größten Fußball-Fanturnier der Welt. Namhafte nationale und internationale Fußballer, als Spieler und Repräsentanten von Bayern München, konnten begrüßt werden.

1993 ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben. 3 Tage waren Behindertensportler aus der gesamten Republik Gäste des ESV Horrem. Anlass  hierzu waren die Deutschen Meisterschaften der Behinderten im Sitzball. Unvergessen die Siegerehrung mit festlichem Bankett im Soziokulturellen-Zentrum in Horrem. Auch 1999 fand diese Veranstaltung wiederum beim ESV Horrem statt.

Aber auch das internationale Parkett war dem ESV Horrem nicht fremd. Tischtennissportler aus den Niederlanden, Großbritannien und der Schweiz spielten mit den Auswahlsportlern aus der Bundesrepublik um den Turniersieg. Die im Jahr 1980 gegründete IVV-Wandergruppe konnte 1999 neu aktiviert werden. In Verbindung mit dem Eifelverein OG Bergheim wird sie hoffentlich zu neuen Ufern streben. 

Das Vereinsangebot wurde kontinuierlich erweitert. Großes Interesse zeigt die Bevölkerung an den Fitnesskursen in Wassergymnastik, Stepp-Aerobic, Entspannungsgymnastik sowie Sportangebote für ältere Menschen. Der Vorstand des VDES-Bezirks Nordrhein hat im Jahre 1996 das Sport- und Wanderheim Blens/Nordeifel dem Verein zur Nutzung in Eigenregie überlassen. Nach über zweijährigen umfangreichen Renovierungsmaßnahmen kann der Verein Jugendgruppen aber auch Familien eine Ferien- und Freizeitmöglichkeit anbieten.

Heute ist der Verein mit über 800 Mitgliedern zu einem nicht zu übersehenden Faktor im Sportleben der Stadt Kerpen geworden. 

Diese Übersicht kann nicht alles vollkommen darstellen. Sie zeigt zusammengefasst den holperigen und nicht immer leichten Weg des ESV Horrem 1925 e.V. Stets waren Höhen und Tiefen beim Verein sehr nahe beieinander und wechselten sich auch ab. Im Grundprinzip aber setzte sich der sportliche Ehrgeiz bei den Aktiven und der jeweiligen Vereinsführung immer wieder durch und dies oft mit sportlichem Erfolg.

Viele Namen müssten hier noch erwähnt werden. Der Raum hierzu würde aber ein Buch füllen. Mögen Sie glauben, dass Ihre Leistungen bei uns nicht in Vergessenheit geraten sind.

Zum Schluss nur noch ein Wunsch; möge das Glück uns wie bisher treu bleiben, damit der Name ESV 1925 Horrem e.V. auch in Zukunft erhalten bleibt.

 

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Stand: 05.04.09