Aus unserer Vereinschronik des ESV 1925 Horrem e. V.
Im Juni 1925 wurde, vorwiegend durch
Mitarbeiter der Bahnmeisterei Horrem, der heutige Verein unter dem Namen
Turnverein Horrem aus der Taufe gehoben. Der 1. Vorsitzende war daher
auch ein Eisenbahner. Es war Heinrich Knüfer von der Bahnmeisterei
Horrem. 2. Vorsitzender war Andreas Wolter. Auch der 1. Kassierer war
Eisenbahner, und zwar der Dienstvorsteher der Bahnmeisterei Horrem,
Friedrich Molling. Der Mitgliederstand am Gründungstag betrug 24
Sportler. Als zunächst einzige Sportart hatte man das Turnen gewählt.
Der älteste Sohn des 1. Kassierers, Heinz Molling, hat dann auch noch im
Gründungsjahr den heute noch vorhandenen Wimpel für den Verein
entworfen.
Zunächst begann man mit zwei
Männerturnriegen, die dann schon 1926 um eine Damenriege erweitert
wurde. Seit 1926 ist es auch im Verein Tradition geworden, dass nicht
nur Männer, sondern auch Frauen im aktiven Sport mitwirken, und dies mit
großem Erfolg. Trainiert wurde damals im Saal der Gaststätte Jupp
Hünseler, wo das Vereinslokal war. Seit 1926 wurden neben dem Turnen
auch die Sportarten Gymnastik, Leichtathletik und Übungen auf dem
Rhönrad aufgenommen. Der immer größer werdende Verein hat dann 1930/31
in Eigenarbeit auf dem Gelände am jetzigen Wingertsberg sich einen
eigenen Sportplatz aufgebaut, der zwar nicht den Idealmaßen entsprach,
aber eine gute Übungsstätte war.
Im Jahre 1932 wurde Schwimmen ins
Programm aufgenommen und gleichzeitig eine Wasserballmannschaft
aufgestellt. Als ganz große Ereignisse ragten aber die Turnfeste hervor,
die von den Aktiven immer fleißig besucht wurden, wobei besonders auf
die Deutschen Turnfeste in Stuttgart und Breslau von den noch heute
lebenden Aktiven mit besonderem Stolz hingewiesen wird. Sportler wie
Schapmann, Schlösser und Ruhland fuhren z.B. mit dem Fahrrad nach
Stuttgart um als Aktive teilzunehmen, und dies mit Erfolg. Hier war wohl
die Radtour das beste Training gewesen. Am 26.Mai 1934 wurde der Name
des Vereins zum erstenmal umgetauft und zwar auf den Namen Reichsbahn
Turn- und Sportverein Horrem. Zum 1. Vorsitzenden wurde der
Dienstvorsteher der Bahnmeisterei Horrem, Max Königstein gewählt, 2.
Vorsitzender wurde Heinz Lesmeister.
Seit 1938 diente der alte Lokschuppen,
in der jetzigen Mittelstraße, den Turnern als Übungsstätte, weil der
Saal Hünseler für den Aufbau großer Pyramiden der Turner einfach zu
klein geworden war. Just an dieser Übungsstätte des ESV steht heute die
erste Turnhalle der Gemeinde Horrem. Ironie des Schicksals oder ein
gutes Omen?
Am 17. April 1940 wurde der Name des
Vereins abermals geändert. Nun nannte er sich Reichsbahn Turn- und
Sportgemeinschaft Horrem. Der Vorstand blieb im Amt.
In den Kriegs- und Nachkriegsjahren
brannte die Aktivität der Sportler des ESV auf Sparflamme. Viele
Sportkameraden waren zu den Waffen gerufen worden und der Krieg hat ihre
Reihen gelichtet. Übungsleiter fehlten und natürlich Geräte und vor
allem eine Übungsstätte.
Erst ab 1949 rauften sich wieder
Sportler zusammen, um den alten Verein wieder ans Licht der
Öffentlichkeit zu führen. Am 29. Dezember 1949 war es wieder soweit.
Unter dem neuen 1. Vorsitzenden, Richard Hamann wurde vorerst mit
Schwimmsport das Programm wieder aufgenommen. Ein guter Anfang war
gemacht. Hamann setzte sich dann für einen Zusammenschluss der drei
Eisenbahner-Sportvereine im Kreisgebiet (Horrem, Mödrath und Bergheim)
ein. Die erste Fusion gelang ihm dann mit Bergheim. In Gemeinschaft mit
diesem Verein wurde dann am 2. Dezember 1952 der jetzige Name des
Vereins, ESV 1925 Horrem e.V. ins Leben gerufen. Die Fusion mit Mödrath
gelang nicht. Der Verein löste sich aber 1954 auf und die Reste stiegen
zum ESV Horrem um. Nun wurde im Verein neben Schwimmen, die Sportarten
Leichtathletik und auch das Turnen wieder eingeführt. Zum erstenmal kam
auch die Sportart Kegeln hinzu. Wie traditionsgemäß nicht anders zu
erwarten war, betätigten sich beim Kegeln ab 1954, also kaum zwei Jahre
später, auch wieder Frauen aktiv.
Seit 1958 wurden dem Verein dann auch in
verschiedenen Sportarten die VDES-Bezirksmeisterschaften der BD Köln
übertragen und durchgeführt. 1959 kam die Sportart Faustball hinzu und
seit dem 23. September 1960 hatte der Verein auch eine
Fußballabteilung.
Am 3. Mai 1962 kam als neue Sportart
Tischtennis zur Geltung, wo wiederum traditionsgemäß später Frauen,
Schülerinnen und Mädel nachzogen. Zwischendurch hatte man auch das
Sportschießen ins Programm mit aufgenommen. Richard Hamann führte den
Verein von 1949 bis 1968 mit hervorragendem Idealismus. Der beste
Idealismus nützt aber nichts, wenn die nötige Unterstützung, eine Reihe
von Helfern, fehlt. Fast allein war es ihm nicht möglich, alle seine
wohlgemeinten Pläne in die Wirklichkeit umzusetzen.
So mussten leider einige Sportarten
wieder eingestellt werden. Hierunter fielen leider auch das Turnen, die
Leichtathletik, der Faustball und das Sportschießen. Übrig blieben die
Sportarten: Schwimmen, Fußball, Sportkegeln und Tischtennis.
Als 1968 Hans Puderbach zum 1.
Vorsitzenden gewählt wurde, arbeitete er vorerst mit diesen vier
Sportarten weiter. Eine neue Sportart war nicht hinzugekommen. Die
Bestehenden wurden aber im Laufe der Jahre immer mehr aufgebaut und
gefestigt. Dies war auch zunächst das angestrebte Ziel. Erst 1977 kam
mit der Kinderfreizeitgruppe eine neue Abteilung hinzu, die sich großer
Beliebtheit erfreut. Es werden hier Kinder mit vorzüglicher
Freizeitbeschäftigung, wie Ballspielen, Gymnastikübungen und dergleichen
mehr, auf die übrigen Sportarten des Vereins gezielt vorbereitet.
Im Jahre 1980 gründete sich eine
Wandergruppe, die allen Personen offen steht. Hier kann Jung und Alt an
gemeinsamen Volkswanderungen teilnehmen. Erneut kam 1983 eine weitere
Sportart hinzu, die Abteilung Volleyball. Ferner ist seit 1984 eine
Handballabteilung im Aufbau. Während die Volleyballabteilung bereits an
Meisterschaften teilnimmt, ist die Handballabteilung vorerst noch im
Aufbau stecken geblieben. Das Angebot an Sportarten im ESV Horrem ist
somit von Jahr zu Jahr gewachsen.
Seit 1983 führt Manfred Ewertz als
Vorsitzender das Vereinsgeschehen. Im Jahre 1985 feierte der Verein sein
60-jähriges Vereinsbestehen. Neben dem Aufstieg der
Fußballseniorenmannschaft und der Ausrichtung der
Fußball-Stadtmeisterschaft war das herausragende Ereignis die
Überlassung des Schulpavillons der ehemaligen Schule Götzenkirchen. Nach
einer mehrmonatigen Renovierungsphase konnte der Verein, von dieser Zeit
an, den Mitgliedern eine Bleibe für Vereinsveranstaltungen anbieten.
Rege genutzt wird sie in erster Linie von vielen jugendlichen
Mitgliedern. Aber auch die Möglichkeit in den eigenen vier Wänden
Sitzungen und Seminare zu veranstalten, gaben dem gesamten Vorstand und
den Abteilungen einen enormen Aufschwung.
Nach dem Fall der Mauer war der ESV
Horrem einer der ersten Vereine aus den alten Bundesländern, welcher
eine Partnerschaft mit einem Sportverein aus der ehemaligen DDR einging.
Der ESV Lokomotive Leinefelde (Thüringen) war 3 Tage Gast in Horrem.
Aber auch die Gegenbesuche waren keine Eintagsfliegen. Insbesondere
unsere Tischtennissportler pflegen einen intensiven Kontakt.
Von 1987 bis 1997 veranstaltete der
Verein mit großem Erfolg die Turnierserie um den Fußball-Super-Cup der
Deutschen Bahn AG in Verbindung mit dem Kicker-Sport-Magazin.
Der FC Bayern München in Kooperation mit
der Opel AG unter Regie des ESV Horrem gastierte in den Jahren 1996 bis
1998 im Schulzentrum Horrem/Sindorf mit dem größten Fußball-Fanturnier
der Welt. Namhafte nationale und internationale Fußballer, als Spieler
und Repräsentanten von Bayern München, konnten begrüßt werden.
1993 ein weiterer Höhepunkt im
Vereinsleben. 3 Tage waren Behindertensportler aus der gesamten Republik
Gäste des ESV Horrem. Anlass hierzu waren die Deutschen Meisterschaften
der Behinderten im Sitzball. Unvergessen die Siegerehrung mit festlichem
Bankett im Soziokulturellen-Zentrum in Horrem. Auch 1999 fand diese
Veranstaltung wiederum beim ESV Horrem statt.
Aber auch das internationale Parkett war
dem ESV Horrem nicht fremd. Tischtennissportler aus den Niederlanden,
Großbritannien und der Schweiz spielten mit den Auswahlsportlern aus der
Bundesrepublik um den Turniersieg. Die im Jahr 1980 gegründete
IVV-Wandergruppe konnte 1999 neu aktiviert werden. In Verbindung mit dem
Eifelverein OG Bergheim wird sie hoffentlich zu neuen Ufern streben.
Das Vereinsangebot wurde kontinuierlich
erweitert. Großes Interesse zeigt die Bevölkerung an den Fitnesskursen
in Wassergymnastik, Stepp-Aerobic, Entspannungsgymnastik sowie
Sportangebote für ältere Menschen. Der Vorstand des VDES-Bezirks
Nordrhein hat im Jahre 1996 das Sport- und Wanderheim Blens/Nordeifel
dem Verein zur Nutzung in Eigenregie überlassen. Nach über zweijährigen
umfangreichen Renovierungsmaßnahmen kann der Verein Jugendgruppen aber
auch Familien eine Ferien- und Freizeitmöglichkeit anbieten.
Heute ist der Verein mit über 800
Mitgliedern zu einem nicht zu übersehenden Faktor im Sportleben der
Stadt Kerpen geworden.
Diese Übersicht kann nicht alles
vollkommen darstellen. Sie zeigt zusammengefasst den holperigen und
nicht immer leichten Weg des ESV Horrem 1925 e.V. Stets waren Höhen und
Tiefen beim Verein sehr nahe beieinander und wechselten sich auch ab. Im
Grundprinzip aber setzte sich der sportliche Ehrgeiz bei den Aktiven und
der jeweiligen Vereinsführung immer wieder durch und dies oft mit
sportlichem Erfolg.
Viele Namen müssten hier noch erwähnt
werden. Der Raum hierzu würde aber ein Buch füllen. Mögen Sie glauben,
dass Ihre Leistungen bei uns nicht in Vergessenheit geraten sind.
Zum Schluss nur noch ein Wunsch; möge
das Glück uns wie bisher treu bleiben, damit der Name ESV 1925 Horrem
e.V. auch in Zukunft erhalten bleibt.
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